Frauenherzen schlagen anders!
Herzkrankheiten bei Frauen sind anders als bei Männern – und KI macht das sichtbar!
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Besonders für Frauen bedeutet das eine stille, oft unterschätzte Gefahr. Denn sie werden nicht nur später diagnostiziert, sondern auch seltener leitliniengerecht behandelt – und haben im Krankenhaus ein höheres Sterberisiko als Männer. [1]
Ein Grund dafür: Herzprobleme bei Frauen werden häufig übersehen. Während bei Männern Brustschmerz als klassisches Warnsignal gilt, zeigen sich die Symptome bei Frauen oft viel subtiler. Schlafstörungen, Erschöpfung oder innere Unruhe sind typische Hinweise, die jedoch im Alltag schnell abgetan werden – von Betroffenen selbst ebenso wie von Ärzt:innen. Wenn Frauen über Beschwerden sprechen, berichten sie häufiger von Oberbauch- oder Rückenschmerzen, Atemnot oder Übelkeit.
1. Unterschiedliche Symptome
- Männer zeigen bei Herzinfarkt oft die „klassischen“ Symptome: starke Brustschmerzen, Druckgefühl, Ausstrahlung in den linken Arm.
- Frauen haben häufiger atypische Symptome wie: Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen oder Rückenschmerzen, Atemnot. Müdigkeit, Schwindel. Diese werden oft nicht sofort mit dem Herzen in Verbindung gebracht.
2. Medizinisch-historische Gründe
- Viele Studien zur Kardiologie wurden lange Zeit überwiegend an Männern durchgeführt.
- Diagnostik, Grenzwerte und Leitlinien sind deshalb oft an männlichen Mustern orientiert.
3. Fehleinschätzungen im Alltag
- Beschwerden von Frauen werden von Ärzt:innen manchmal als psychosomatisch oder als Stress abgetan.
- Frauen selbst neigen dazu, ihre Symptome zu unterschätzen oder weniger schnell Hilfe zu suchen.
4. Biologische Unterschiede
- Frauen haben kleinere Herzkranzgefäße, was die Diagnose von Verengungen schwieriger machen kann.
- Sie erkranken oft später (nach der Menopause steigt das Risiko stark an, weil der schützende Effekt der Östrogene nachlässt).
Symptomtyp: Brust
- Typische Symptome: Starke, anhaltende Brustschmerzen oder Druck in der Brust
- Atypische / bei Frauen häufiger: Leichter Druck, Engegefühl, Brennen, kurzzeitig oder wechselnd
Symptomtyp: Arme / Schulter / Rücken / Nacken / Kiefer
- Typische Symptome: Schmerzen in der linken Schulter oder Arm
- Atypische / bei Frauen häufiger: Schmerzen in beiden Armen, Schulterblatt, Nacken, Oberbauch, Kiefer
Symptomtyp: Atemwege
- Typische Symptome: Atemnot bei Belastung
- Atypische / bei Frauen häufiger: Plötzliche Atemnot auch in Ruhe, Kurzatmigkeit ohne Brustschmerz
Symptomtyp: Magen / Verdauung
- Typische Symptome: –
- Atypische / bei Frauen häufiger: Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen-ähnliches Gefühl, Völlegefühl
Symptomtyp: Schwitzen
- Typische Symptome: Kaltschweißigkeit bei Schmerzspitzen
- Atypische / bei Frauen häufiger: Plötzliche, starke Schweißausbrüche ohne typische Brustbeschwerden
Symptomtyp: Allgemein / psychisch
- Typische Symptome: Angst, Panik
- Atypische / bei Frauen häufiger: Ungewöhnliche Müdigkeit, Erschöpfung, Schwindel, Benommenheit
Symptomtyp: Selten
- Typische Symptome: –
- Atypische / bei Frauen häufiger: Rückenschmerzen, Schwächegefühl, Orientierungslosigkeit
Eine neue Studie, durchgeführt mit der MEDIACC, zeigt nun, dass künstliche Intelligenz helfen kann, diese Unsichtbarkeit aufzubrechen.[2]
Die Erkenntnisse:
- Überlegenheit gegenüber Standards: Während klassische Scores wie der CVRF-Score Risikofaktoren addieren, „sieht“ der CSG-Index Muster, die in den Daten verborgen sind.
- Gerade bei Frauen schnitt er in der Studie signifikant besser ab. Unsichtbares sichtbar machen: Besonders bemerkenswert war die Früherkennung bei symptomfreien Frauen. Das heißt: Auch ohne Beschwerden ließ sich eine Herzschwäche oder Gefäßveränderung voraussagen.
Dies gerade auch wenn das herkömmliche EKG unauffällig ist. Die Cardisiographie zeigte eine überlegene Genauigkeit bei der Erkennung kardiovaskulärer Risiken, insbesondere bei asymptomatischen Frauen.
Was steht in einem Cardisiographie-Report:
- Ischemia Index (CSG-Ischämie-Index / „P“)
- Structural Heart Disease Index (CSG-SHD / „S“)
- Arrhythmia Index (A)
Daneben: ausgewählte VCG-Parameter (QRS-T Winkel, QRS-Dauer, T-Wave-Metriken), 12-Kanal-EKG-Ansicht plus extended leads Ableitungen: erweiterte linksseitige Ableitungen V7-V9 und die rechtsseitigen Ableitungen Vr3-Vr6 (ESC-Guideline-Empfehlung von 2023), Vektor-Loops.
Hilfreichere Technologien in diesem Bereich, wie CT oder MRT, sind aufwändig und zu teuer, um sie prophylaktisch einzusetzen. Die Cardisiographie wurde als Entscheidungshilfe für die frühe Diagnosephase speziell dafür entwickelt, um die Herzkrankheiten früh zu detektieren, die bei herkömmlichen EKG-Untersuchungen nicht auffallen.
Cardisiographen erfüllen die Normen und Richtlinien nach EN 55032:2015 Class B, EN55024:2010+A1:2015, 47 CFR Part 15.
Was Frauen tun können
- Eigene Symptome ernst nehmen – auch wenn sie „ungewöhnlich“ wirken.
- Frühzeitig ärztliche Hilfe suchen – lieber einmal zu viel den Notruf (112) wählen.
- Risikofaktoren kennen & kontrollieren:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- familiäre Vorbelastung
- Regelmäßige Vorsorge beim Hausarzt/Kardiologen (Blutdruck, Blutfette, EKG).
- Gesunde Lebensweise: Bewegung, ausgewogene Ernährung, Stressabbau.
Merksatz: Wenn du ungewöhnliche, plötzlich auftretende oder starke Beschwerden spürst, die du dir nicht erklären kannst, → Notruf 112 wählen! Lieber einmal „Fehlalarm“ als zu spät handeln.
1. https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/aktuelles/news/todesursachenstatistik-2023-destatis-herz-kreislauf-erkrankungen.html
2. https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/kongresse/dgk-herztage-2024/programm/diagnostik__von_konventionell_zu_ki/v537.html
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